Wir schreiben das Jahr 55 v. Chr. Seit drei Jahren bereits führt der römische Feldherr Gaius Iulius Caesar Krieg in Gallien, um die hier lebenden freien Stämme zu unterwerfen. Mehrere Feldzüge hatten die römischen Legionen bis an den Oceanus Britannicus geführt, wie die Römer das Nebenmeer nannten, das heute als Ärmelkanal bekannt ist. Im Spätsommer des Jahres 55 v. Chr. ließ Caesar eine Streitmacht nach Britannien übersetzen, da der dort lebenden Stamm der Britonen die Gallier in ihrem Kampf gegen die Römer unterstützt hatten. Die entsandten Legionäre stießen auf erbitterten Widerstand der keltischen Krieger, die versuchten die Anlandung der römischen Truppen zu verhindern. Erst durch den Einsatz der auf den Kriegsschiffen montierten Geschütze konnte Caesar die Soldaten der 7. und 10. Legion anlanden lassen. Dort wurden sie sofort angegriffen, doch konnten sie die Britonen vertreiben. Von einer Verfolgung mussten sie absehen, da die römische Kavallerie noch nicht eingetroffen war. Die Legionäre errichteten daraufhin einen Stützpunkt. Als eine plötzliche Springflut die angelandeten Schiffe seeuntüchtig machte, griffen die Britonen unter Führung des Stammesfürsten Aesu erneut an. Die Legionäre standen mit dem Rücken zur Wand. Gaius Iulius Caesar höchstselbst koordinierte die Verteidigung mit sechs Kohorten.

Die keltischen Stammeskrieger griffen zuerst über die Flanken mit der leichten Kavallerie an, um mit ihren Wurfspeeren Verwirrung zu stiften. Auf der rechten Flanke der Britonen blieb der Gegner zunächst außer Reichweite, während die Reiterei auf der linken im Hagel der geschleuderten Speere und im Skorpio-Geschosse in Panik geriet und floh.
Plötzlich stürmte Aesu mit seiner Kriegerbande im Zentrum in Richtung des Lagertores vor. Krachend trafen römische Wurfspeere (pili) auf britonische Schilde. Aesu wurde verwundet, die Legionäre hielten dem Druck des Gegners gerade so stand.
Auf der linken Flanke rückten die Streitwagen und leichte Infanterie zur Unterstützung des keltischen Angriffs im Zentrum vor.



Bereits zu Beginn der Schlacht gerieten die römischen Kohorten unter erheblichen Druck. Doch ihr Feldherr behielt einen kühlen Kopf und befahl seinen Legionären einen Gegenangriff. Die Kohorte auf der linken Flanke stieß den britonischen Kriegern in die Seite, deren Moral durch die Verwundung ihres Häuptling bereits geschwächt war. Der Angriff der Kelten kollabierte und den Römern gelang es, ihre Reihen wieder zu schließen.

Auf der rechten Flanke der Britonen unternahmen diese einen neuen Vorstoß mit ihren Streitwägen – doch die Pferde scheuten und die Wägen zogen rechts an den gegnerischen Formationen vorbei. Der Angriff der leichten Kavallerie jedoch gelang – beinahe durchbrachen die berittenen Krieger die römischen Linien.
Caesar musste nun alle Truppen zur Verstärkung ins Gefecht werfen, ließ seine Kohorten auf der rechten Flanke in Richtung Zentrum umschwenken und rollte die keltischen Truppen von rechts auf. Gefangen zwischen dem disziplinierten Schildwall der Legionäre vor ihnen und dem durch Caesar persönlich geführten Gegenangriff auf ihrer linken Seite verließ den Rest britonischen Krieger der Mut und sie wandten sich zur Flucht.
Römische Disziplin und Caesars Charisma haben wieder einmal den Unterschied gemacht.

